Das anhaltende Niedrigzinsniveau lässt bei der EZB neue Strategien erahnen.
Die letzte größere Überarbeitung des Inflationsziels fand bei der EZB im Jahr 2003 statt – Maßnahmen aus der Vergangenheit, wie umfangreichen Wertpapierkäufen, zeigten keinen Effekt und lassen vermuten, dass der Handlungsspielraum für die Geldpolitik weiter ausgebaut wird. Klar definiert wird jedoch auch, dass die EZB nicht allein verantwortlich ist für die niedrigen Zinsen – auch der demografische Wandel beeinflusst dies zunehmend. Durch eine steigende Lebenserwartung in Industrienationen wird auch mehr gespart von den aktuellen Generationen – und die Investitionen der Unternehmen sinken im Gegenzug. Das hat zur Folge, dass die Zinsen selbst dann niedrig bleiben könnten, wenn die EZB ihre Geldpolitik normalisieren würde, und dass bis zum Jahr 2050.
Grundsätzlich sollten Banken, Privatleute und Unternehmen prüfen, ob sie auch langfristig gut auf Niedrigzinsen eingestellt sind.

Im Gesamten muss man festhalten, dass Notenbanken keine hohen Inflationen wollen – mehr jedoch noch das Gegenteil. Die Gefahr der Deflation ist allgegenwärtig und wird durch Diskussionen, ob Regierungen nun mehr Schulden machen sollten, weiter erhöht.
Die Notenbanken wollen eine mögliche Deflation in jedem Fall vermeiden.

Hinzu kommen weitere Probleme wie die US-Handelskonflikte und die Brexit-Unsicherheiten, wodurch das Wirtschaftswachstum weiterhin stark gebremst ist.

Ziel ist es eine mittelfristige Inflation von knapp zwei Prozent anzustreben – was jedoch für viele Experten nicht realisierbar scheint. Real ist eine Teuerung von 1,6 Prozent zu sehen.

Wir halten an unserer Empfehlung einer langen Zinsbindung fest.