Es gibt wenig Zweifel daran, dass die Zinsen steigen werden. Offen ist jedoch, wann, wie schnell und wie stark dies geschehen wird. Die Risiken, die von dieser Wende ausgehen, sind enorm.

Ein zu schneller Ausstieg würde zur Folge haben, dass fallende Anleihekurse vielen in der Wirtschaft enorm zu schaffen machen: Für Banken beispielsweise würde es teurer, sich zu refinanzieren, was die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatbürger erschweren würde. Versicherungen müssten große Summen in ihren Portfolios abschreiben. Hochverschuldete Staaten (wie Italien, Griechenland oder Portugal) müssten wohl ein weiteres Mal ihre Budgets zusammenkürzen.

Die Hoffnung auf einen ganz sachten, flachen Zinsanstieg, ohne große Verwerfungen bleibt – aber sicher ist das längst nicht. Nun richten sich die Augen auf Europa…
Die Bank of England hat die Zinsen bereits angehoben.

Was macht die EZB als nächstes?

Die EZB traf sich letzten Donnerstag zu ihrer planmäßigen Sitzung und die Ergebnisse waren eine Enttäuschung. So hielt EZB-Chef Mario Draghi an seiner bisherigen Aussage fest, die Leitzinsen „weit über den Zeithorizont“ des Programms zum Kauf von Wertpapieren hinaus auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Dazu kam die Aussage, dass das Anleihenkauf-programm im September entweder abrupt beendet, allmählich ausklingt oder unverändert weitergeführt wird.

Also es bleibt alles offen! Begründet wird diese Haltung mit der Entwicklung der Inflation im Euroraum. Das bekannte Ziel der EZB, ist es eine Inflation von knapp unter 2% anzustreben. Derzeit liegt diese bei 1,4%. Europas oberster Währungshüter stellte klar, dass er nur geringe Chancen sieht, die Leitzinsen noch in diesem Jahr zu erhöhen. Dabei wäre genau dies dringend nötig. Denn die Konjunktur boomt, nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa – auch die lahmen Wirtschaftsräume in Europa, die italienische und griechische Wirtschaft wurde belebt.