Mit der Frage, ob von einem nachhaltigen Anstieg der Inflation gesprochen werden kann oder ob es sich lediglich um ein temporäres Phänomen handelt, sehen sich nicht nur Wirtschaftsanalysten konfrontiert. Belastbare Antworten finden sich auf jeden Fall nicht.

Zwar lässt eine aktuelle Inflationsrate von 3,8 Prozent in Deutschland vermuten, dass man die seit Jahren angestrebte Trendwende erreicht hat und damit ein Kurswechsel der Geldpolitik gesetzt sein müsste. Bei genauerer Betrachtung der momentanen Rahmenbedingungen zeigen sich deutlich auch Einflüsse, die mit der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums erklärbar sind und nur vorübergehend wirksam sein dürften.

Eine identische Entwicklung zeichnet sich auch bei der Durchleuchtung des US-amerikanischen Marktes ab. Hier liegt die aktuelle Inflationsrate bei 5,4 Prozent. Unter vielen Ökonomen verfestigt sich daher der Eindruck, dass die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder zurückgehen dürfte. Auch wenn die Zentralbank in Washington durchscheinen lässt, ihre Anleihekäufe allmählich zu reduzieren.

Sinn würde diese Entscheidung auf jeden Fall ergeben, da eine expansive Geldpolitik nicht zu einem starken Wirtschaftswachstum passt. Sollte ein Rückgang der Inflation in den kommenden Monaten aber den Eindruck erwecken, die Gefahr für den Geldwert sei gebannt, der irrt. Die Daten aus Deutschland lassen Einflüsse auf die Inflationsrate erkennen, die nicht so schnell wieder verschwinden dürften.

Wir halten an unserer Empfehlung einer langfristigen Zinsbindung fest.