Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken, was zu einer Erhöhung der Löhne und somit auch der Preise führen sollte. Einige Volkswirtschaften müssten sich zudem, nach gängigen Schätzungen, einer Vollauslastung nähern. Tun sie aber nicht. Es scheint zwar, als wären die letzten Hürden überwunden, warum aber der große Richtungswechsel ausbleibt, darüber streitet sich die Fachwelt.

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Mai so kräftig gestiegen, wie seit über einem Jahr nicht mehr. Die Teuerungsrate kletterte auf 1,9 Prozent, nachdem sie im April noch auf 1,2 Prozent gefallen war. Das teilte das Statistikamt Eurostat in seiner ersten Schätzung mit. Die Inflationsrate liegt damit im Zielbereich der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese betrachtet mittelfristig Werte von knapp zwei Prozent als ideal für die Wirtschaft.

Ursache für den Preisanstieg in Deutschland und der Eurozone ist vor allem der höhere Ölpreis. Energie verteuerte sich im Vergleich zum Vormonat um
6,1 Prozent. Die um besonders schwankungsanfällige Güter wie Öl, Tabak und Lebensmittel bereinigte Kernrate dagegen lag bei 1,1 Prozent. Sie liegt damit zwar höher als im Vormonat, aber immer noch vergleichsweise niedrig. Auch bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak fiel der Preisaufschlag mit 2,6 Prozent überdurchschnittlich aus. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,6 Prozent.

In den vergangenen Wochen hatten sich auch Ratsmitglieder, die tendenziell eher als Verfechter einer lockeren Geldpolitik gelten, dafür ausgesprochen die Nettoanleihekäufe bis zum Jahresende zu beenden.

So erklärte etwa der französische Notenbankchef Villeroy, die EZB sei „immer zuversichtlicher“, dass ihre Kriterien für ein Ende der Anleihekäufe erfüllt würden. Der Zeitpunkt des Endes der Nettokäufe rücke näher. Ähnlich äußerten sich auch der belgische Notenbankchef Jan Smets, sowie seine Ratskollegen aus Litauen und Österreich.

Was macht Italien?

Italien steckt in einer Regierungskrise. Diese könnte sich zu einer europäischen Finanzkrise ausweiten, fürchtet der EZB-Vize Vítor Constâncio. Der scheidende Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Vítor Constâncio, hat Italien vor den Folgen einer erneuten Staatsschuldenkrise gewarnt: „Als 2012 Finanzmärkte das Land attackiert haben, hat das gezeigt: Sie können in ihrer Wahrnehmung sprunghaft sein und die Risikoeinschätzung für einen Schuldner abrupt und schnell ändern, manchmal mit gravierenden Folgen“, sagte Constâncio im Interview mit dem „Spiegel“. „Wir werden sehen, was nun passiert.“

Ob die EZB im Notfall eingreifen und Italien vor einer Zahlungsunfähigkeit retten würde, ließ Constâncio offen. Jede Intervention müsse „der Erfüllung unseres Mandats dienen“ und „bestimmten Bedingungen“ folgen, so der EZB-Vize. „Italien kennt die Regeln. Sie sollten diese vielleicht noch einmal genau lesen.“

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