Betrachtet man die geopolitischen Entwicklungen der letzten Wochen, ist ein amerikanisch-chinesischer Handelskonflikt zwar nicht ausgeschlossen, wirkt aber weniger bedrohlich.

Auswirkungen auf die Ratssitzung im September könnte dies jedoch mit sich führen, nebst auch dem köchelnden Zoll-Streit zwischen den USA und der EU geschuldet, in dem von Donald Trump neue Drohungen ausgesprochen wurden.

Allerdings muss man festhalten, dass sich der Euro standhaft zeigt. Er hat es geschafft dem starken Gegenwind von EZB und Konjunktur zu trotzen – der handelsgewichtete Euro-Wechselkurs hat sogar von Anfang Mai bis Ende Juni leicht aufgewertet, auch wenn es keine einheitliche Entwicklung zu den Währungen der großen Handelspartner wie den USA oder China war.

Die Entscheidung in der Ratssitzung im September einer erneuten geldpolitischen Lockerung scheint mittlerweile nur noch pro forma zu sein. Vor allem, nach den jüngsten, abgekühlten Konjunkturdaten. Eine erste Zinserhöhung hatte der EZB-Rat ja bereits bis mindestens Mitte 2020 verschoben. Sparer müssen sich also noch gedulden, Kreditzinsen hingegen dürften weiter günstig bleiben.

„Wir haben sicherlich die Instrumente und besitzen einen guten Leistungsnachweis bei der Antwort auf unterschiedliche Gefahrenquellen“, so Lane. Die EZB verfüge über ausreichende Mittel, um erneut einzugreifen, sollte es die wirtschaftliche Lage erfordern. Dies unterstreicht die jüngsten Aussagen von Nochnotenbank Chef Mario Draghi im Juni, dass die aktuellen Wachstumsschwächen der Konjunktur, das Wiederauflebenlassen von Anleihenkäufen, Zinssenkungen oder gar eine Änderung am Ausblick nach sich ziehen könnten.

Wir halten an unserer Empfehlung einer langen Zinsbindung fest.