Die deutsche Inflationsrate ist im Mai 2021 auf den höchsten Stand seit knapp zehn Jahren gestiegen. Laut Schätzung des Statistischen Bundesamts zogen die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent an.

Sie liegen damit über dem Ziel von knapp unter zwei Prozent, das die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euro-Raum anstrebt. Im April lag die Inflation bei 2,0 Prozent.

Wichtigster Preistreiber ist die Energie, die sich um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuerte. Darin spiegelt sich vor allem die Erholung der Preise für Öl und andere Rohstoffe, aber auch die anhaltende konjunkturelle Erholung wider. Zusätzlich verteuerten sich fossile Brennstoffe durch die neue CO2-Abgabe. Der Aufwärtstrend bei der Energie dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Auch die Preise für Flüge und Reisen sind spürbar gestiegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich laut Italiens Notenbankchef Ignazio Visco einem ungerechtfertigten kräftigen Hochschnellen der Marktzinsen entgegenstemmen. „Große und anhaltende Anstiege der Zinsen sind durch die gegenwärtigen wirtschaftlichen Aussichten nicht gerechtfertigt und werden gekontert“, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag auf der Jahrestagung der Banca d’Italia. Die EZB sei bereit, ihr Anleihenkaufprogramm in vollem Ausmaß zu nutzen.

Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung im März beschlossen, das Tempo ihrer Billionen schweren Anleihenkäufe im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres deutlich zu erhöhen. Damit will sie eine unerwünschte Verschärfung der Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, Staaten und Haushalte mitten in der Pandemie verhindern. Die Renditen der Staatsanleihen von Euro-Ländern waren zum Jahresbeginn kräftig gestiegen, was die Euro-Wächter auf den Plan gerufen hatte.

Wie also doch zu erwarten war, wird die Politik des billigen Geldes fortgesetzt, und entsprechend auch flexibel „off limits“ angepasst an die Marktsituation.

Wir empfehlen daher unseren Kunden sich die Darlehenszinsen möglichst langfristig zu sichern.