EZB zögert mit Zinssenkungen – Handelsstreit sorgt für Zurückhaltung
Vor der bevorstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) deutet vieles auf eine Zinspause hin, nachdem der Einlagenzins bereits siebenmal in Folge gesenkt wurde. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel spricht sich für eine „Politik der ruhigen Hand“ aus und betont die Unsicherheit durch geopolitische Spannungen und den Handelskonflikt mit den USA.
Die Inflation im Euro-Raum liegt aktuell bei 2,0 Prozent – dem Zielwert der EZB. Vor diesem Hintergrund plädieren mehrere EZB-Mitglieder, darunter Isabel Schnabel, für eine Zinspause. Sie hält weitere Zinssenkungen für unwahrscheinlich, da sich das Zinsniveau derzeit in einem „guten Bereich“ befinde.
Besondere Unsicherheit geht vom angekündigten Zollkonflikt mit den USA aus, der die Finanzmärkte belastet. Die USA planen ab August hohe Zölle auf EU-Importe, worauf die EU mit Gegenzöllen reagieren will, jedoch einen Kompromiss anstrebt.
Experten und Analysten, darunter die Schweizer Bank UBS, rechnen nun ebenfalls mit einem Stillstand bei den Zinsen im Juli. Ein weiterer Zinsschritt könnte frühestens im September folgen, wenn neue Wirtschaftsprognosen der EZB vorliegen. Auch andere Notenbanker wie Boris Vujcic betonen, dass man dann besser über das weitere Vorgehen entscheiden könne.
