Insgesamt scheint die Zentralbank die Märkte auf einen bevorstehenden Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorbereiten zu wollen. Das jedenfalls lesen Analysten aus der Mitteilung zum Zinsentscheid heraus. Bei der Bekanntgabe der Beschlüsse verzichtete die EZB auf die zuletzt übliche Formulierung, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe ausweiten könnte, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Volkswirte werten das als Signal zur Vorbereitung der Finanzmärkte auf ein Ende der Geldflut. Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent – weit genug entfernt von der Nullmarke.

Zwar ist dieses Ziel nach wie vor weit entfernt – im Februar fiel die Inflationsrate im Euroraum mit 1,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016. Doch das zuletzt stärkere Wirtschaftswachstum macht der Notenbank offenbar Hoffnung. Im vergangenen Jahr legte die Wirtschaft im Währungsraum der 19 Länder mit 2,3 Prozent so kräftig zu, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Durch die Verzögerung der Entscheidung, wie es Ende September mit dem Kaufprogramm weitergehen soll, will sich die EZB alle Optionen offenhalten, um auf eventuelle Verwerfungen auf den Devisenmärkten reagieren zu können. Die positive Entwicklung der Euro-Zone muss weiter gestützt werden, um vor allem die Schaffung eines Klippen-Effektes – eine abrupte Änderung – zu vermeiden.

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