Die Inflation steigt in der gesamten Eurozone weiter, nicht nur in Deutschland. In einem Euro-Land hat die Inflation bereits die 5% Marke durchbrochen, Deutschland bewegt sich aktuell an der 3% Marke. Eine Reaktion der EZB ist allerdings noch nicht zu erwarten.

Allgemein haben sich die Lebenshaltungskosten in der Eurozone erhöht. Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer ersten Schätzung mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im August um 3 Prozent. Naturgemäß liegt allerdings der Haupttreiber der Lebenshaltungskosten, der Energiepreis, naturgemäß im August am höchsten.

Pandemiebedingte Sondereffekte, so bezeichnet die EZB den aktuellen Anstieg der Inflation und somit vorübergehend. Nach der Sitzung des EZB-Rates im Juli sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Notenbank werde ihre Politik so lange expansiv gestalten, bis die Inflationsrate nicht nur 2 Prozent erreicht, sondern auf mittlere Sicht in der Nähe von 2 Prozent verharren dürfte. Diese Situation sieht die EZB auf längere Sicht nicht erreicht.

„Wir rechnen damit, dass die EZB im vierten Quartal dieses Jahres das Tempo ihrer Anleihekäufe des Krisenprogramms PEPP drosseln wird“, sagte Jari Stehn, der Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Allerdings wird davon ausgegangen, dass der Leitzins frühestens in 2025 angehoben wird. „Das wird ein Signal sein, dass die Geldpolitik langsam den Krisenmodus verlässt”, sagte Stehn bezogen auf die schrittweise Reduzierung der Anleihenkäufe. „Aber entscheidender wird sein, was die Notenbank nach dem Auslaufen des Krisenprogramms PEPP macht.“

Das Lager der obersten Währungshüter scheint gespalten, so sagte der frühere Bundesbank-Präsident und heutige Verwaltungsratschef der Schweizer Bank UBS, Axel Weber, am Dienstag beim Wirtschaftsrat der CDU: „Ich glaube nicht, dass die jetzigen Inflationsraten so vorübergehend sein werden, wie Notenbanken jetzt glauben. Das derzeitige Niedrigzinsumfeld wird sich allerdings auf Jahre hinaus wohl kaum ändern.”

Daher unsere Empfehlung sich schon heute die attraktiven Zinsen zu sichern für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern, um langfristig eine Planungssicherheit für sich und seine Finanzierung zu haben.