In der aktuellen Berechnung der Statistikbehörde Eurostat von Dienstag, den 01.12.2020, betrug die Inflationsrate im November minus 0,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Somit hat sich auch zum Vormonat Oktober keine Veränderung eingestellt. 

Diese Entwicklung macht die kommende Sitzung des EZB Rates noch spannender als bisher gedacht, da das Ziel der EZB, mit einer Inflation von knapp unter 2% die Währungsstabilität zu gewähren, wieder deutlich verfehlt wurde. So hatte Christine Lagarde bereits vor der Veröffentlichung der Eurostat-Zahlen weitere Lockerungen in der Geldpolitik nicht ausgeschlossen.

Die Analysten verschiedenster Investoren und Großbanken gehen schon davon aus, dass diese schwache Inflation den nächsten Anschub für eine weitere Bewegung in den Maßnahmen der EZB sein wird.  So kann man z.B. die schwache Inflation sicher in Teilen auf den starken Wechselkurs des Euros zurückführen. Im Vergleich zum Dollar hat das “Corona-Jahr” zu einer Aufwertung von 7% zu Gunsten des Euros geführt.

Letztlich werden auch die Spuren der aktuellen wirtschaftlichen Situation, die in vielen Berichten schon als Rezession für den Euro Raum gewertet wird, ihren Einfluss auf die Inflationsrate hinterlassen haben. Welche nachhaltigen Schäden entstanden sind, bzw. noch entstehen, lässt sich per heute nur grob abschätzen.

Alles deutet somit auf weitere Maßnahmen zur Beschaffung von günstigen Krediten für die Banken, und damit verbunden, die Wirtschaft hin. Die Frage der letzten Wochen, ob diese Senkung an die Kunden weitergegeben wird, bleibt jedoch bestehen. Wir empfehlen daher die aktuelle Zinssituation zu nutzen und keine weiteren Marktbewegungen zu riskieren.