Baufinanz-Blog

Lesen Sie hier das Neueste zur Zinsentwicklung in unseren Zinskommentaren

Baufinanzierungsberatung in Norderstedt

Aktuell

Bauzinsen bleiben auf erhöhtem Niveau – kurzfristig sind keine deutlichen Entlastungen zu erwarten

Die Baufinanzierungszinsen haben sich in den vergangenen Wochen insgesamt leicht nach oben bewegt. Verantwortlich hierfür sind vor allem gestiegene Renditen der langfristigen Kapitalmärkte, insbesondere der 10-jährigen Bundesanleihe, an der sich die Baufinanzierungszinsen maßgeblich orientieren.

Obwohl die Europäische Zentralbank die Geldpolitik weiterhin aufmerksam verfolgt, zeigt sich einmal mehr, dass Bauzinsen nicht unmittelbar vom EZB-Leitzins abhängen. Vielmehr reagieren sie auf die Erwartungen der Kapitalmärkte hinsichtlich Inflation, Staatsverschuldung und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Die zuletzt gestiegene Unsicherheit an den Finanzmärkten hat daher zu einem moderaten Anstieg der Finanzierungskonditionen geführt.

Unsere Einschätzung

Aus heutiger Sicht erwarten wir kurzfristig keine deutliche Entspannung bei den Bauzinsen. Zwar sind kleinere Schwankungen jederzeit möglich, aktuell sprechen die Rahmenbedingungen jedoch eher für eine Seitwärtsbewegung mit leichtem Aufwärtspotenzial als für spürbar günstigere Finanzierungskonditionen.

Unsere Empfehlung

Wer in den kommenden Monaten den Kauf einer Immobilie oder eine Anschlussfinanzierung plant, sollte nicht auf deutlich fallende Bauzinsen spekulieren. Vielmehr empfiehlt es sich, bereits jetzt die Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und sich – sofern das Vorhaben konkret wird – attraktive Konditionen frühzeitig zu sichern.

Gerade bei Anschlussfinanzierungen, deren Zinsbindung innerhalb der nächsten Monate ausläuft, kann eine rechtzeitige Planung zusätzliche Sicherheit schaffen und unnötige Zinsrisiken vermeiden.

Wie gewohnt beobachten wir die Entwicklungen an den Kapitalmärkten täglich und vergleichen die Konditionen von über 600 Finanzierungspartnern, um für unsere Kundinnen und Kunden jederzeit die passende Finanzierungslösung zu finden.

Haben Sie Fragen zur aktuellen Zinsentwicklung oder möchten Sie Ihr Finanzierungsvorhaben unverbindlich prüfen lassen? Sprechen Sie uns jederzeit gerne an – wir beraten Sie persönlich und unabhängig.

1. Juli 2026 / von Lennart Samuelsen

Im Zeitverlauf

EZB belässt Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins bei 2,0 Prozent belassen und damit die Erwartungen der meisten Volkswirte bestätigt. Der Zins ist entscheidend für Banken, da er die Vergütung für überschüssige Einlagen bei der EZB bestimmt, und beeinflusst maßgeblich die Geldpolitik. Nach Ansicht vieler Experten wirkt das aktuelle Zinsniveau bereits leicht unterstützend auf die Konjunktur, weshalb derzeit kein Anlass für weitere Zinssenkungen gesehen wird.
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) betont, dass die Entscheidung vor allem Stabilität und Flexibilität sichern soll. Die EZB könne damit in den kommenden Monaten auf unterschiedliche Entwicklungen reagieren. Sollte sich die Inflation unerwartet beschleunigen oder die wirtschaftliche Erholung stärker als gedacht ausfallen, wäre eine Zinsanhebung ab 2026 denkbar. Für den Moment zeichnet sich jedoch eine Zinspause ab, die der EZB die nötigen Handlungsspielräume erhält.

Als wesentlicher Unsicherheitsfaktor gelten geopolitische und handelspolitische Risiken. Insbesondere die Versuche der Trump-Regierung, die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed zu schwächen, könnten gravierende Folgen haben. Steigt die Inflation in den USA dadurch wieder deutlich an, hätte dies Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte, den Wechselkurs des Dollars und letztlich auch auf die europäische Geldpolitik. Die EZB muss deshalb Entwicklungen außerhalb der Eurozone stets im Blick behalten.

Ökonomen wie Lena Dräger vom IfW und Jörg Asmussen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bewerten die abwartende Haltung der EZB als nachvollziehbar. Angesichts einer stabilen Binnenwirtschaft, robuster Arbeitsmärkte und einer nur moderat gestiegenen Inflation spricht vieles gegen kurzfristige Zinsschritte. Auch Asmussen geht davon aus, dass es bis zum Jahresende keine weiteren Veränderungen geben wird. Die EZB setzt somit auf Kontinuität und Beobachtung, um bei Bedarf flexibel reagieren zu können.

2. Oktober 2025 / von Lennart Samuelsen

EZB zögert mit Zinssenkungen – Handelsstreit sorgt für Zurückhaltung

Vor der bevorstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) deutet vieles auf eine Zinspause hin, nachdem der Einlagenzins bereits siebenmal in Folge gesenkt wurde. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel spricht sich für eine „Politik der ruhigen Hand“ aus und betont die Unsicherheit durch geopolitische Spannungen und den Handelskonflikt mit den USA.

Die Inflation im Euro-Raum liegt aktuell bei 2,0 Prozent – dem Zielwert der EZB. Vor diesem Hintergrund plädieren mehrere EZB-Mitglieder, darunter Isabel Schnabel, für eine Zinspause. Sie hält weitere Zinssenkungen für unwahrscheinlich, da sich das Zinsniveau derzeit in einem „guten Bereich“ befinde.

Besondere Unsicherheit geht vom angekündigten Zollkonflikt mit den USA aus, der die Finanzmärkte belastet. Die USA planen ab August hohe Zölle auf EU-Importe, worauf die EU mit Gegenzöllen reagieren will, jedoch einen Kompromiss anstrebt.

Experten und Analysten, darunter die Schweizer Bank UBS, rechnen nun ebenfalls mit einem Stillstand bei den Zinsen im Juli. Ein weiterer Zinsschritt könnte frühestens im September folgen, wenn neue Wirtschaftsprognosen der EZB vorliegen. Auch andere Notenbanker wie Boris Vujcic betonen, dass man dann besser über das weitere Vorgehen entscheiden könne.

24. Juli 2025 / von Lennart Samuelsen

Auswirkungen der hohen Staatsverschuldung auf den Immobilienmarkt

Trotz der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 0,25 Prozent sind die Bauzinsen deutlich gestiegen. Dies liegt vor allem an der stark gestiegenen Nachfrage nach Krediten durch die geplante Rekordneuverschuldung des Bundes. Die Bundesregierung plant Sondervermögen in Höhe von bis zu einer Billion Euro für Verteidigung und Infrastruktur, was zu einem verstärkten Wettbewerb um Kapital führt. Dadurch verteuern sich langfristige Finanzierungen, insbesondere für Immobilienkredite, die aktuell wieder bei mehr als 3,5 Prozent liegen.

Besonders betroffen sind langfristige Baufinanzierungen, da viele Immobilienkredite über Pfandbriefe refinanziert werden, deren Zinssätze sich an den Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen orientieren. Die steigenden Zinsen könnten dazu führen, dass weniger Bauvorhaben finanziert werden können, was den Wohnungsbau weiter hemmt. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der starke Zinsanstieg dazu geführt, dass deutlich weniger Neubauten realisiert wurden, was zu sinkenden Immobilienpreisen führte. Zwar hatten sich die Kaufpreise zuletzt stabilisiert, doch die Unsicherheiten über die künftige Zinsentwicklung könnten erneut für einen Rückgang sorgen.

Gleichzeitig bleibt die Inflation in Deutschland mit 2,3 Prozent weiterhin über der Zwei-Prozent-Marke. Während die Energiepreise im Jahresvergleich um 1,6 Prozent sanken, stiegen die Lebensmittelpreise mit 2,4 Prozent stärker an, was die allgemeine Teuerung weiter antreibt. Im Februar verteuerten sich Waren und Dienstleistungen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Viele Volkswirte erwarten zwar einen Rückgang der Inflation im Laufe des Jahres, jedoch könnte dieser langsamer erfolgen als zunächst erhofft. Die anhaltende Inflation schmälert die Kaufkraft der Verbraucher, da sie sich für ihr Geld weniger leisten können.

Insgesamt könnten die steigenden Bauzinsen und die weiterhin hohe Inflation, sowohl den Immobilienmarkt als auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland belasten.
Wir empfehlen Ihnen sichern Sie sich die aktuellen Zinsen. Neben den Entscheidungen der EZB haben auch Kurse von Anleihen Einfluss auf die Entwicklung der Bauzinsen. Es ist weiter nicht vorherzusehen wie sich diese entwickeln und hängt von vielen Faktoren ab.

22. Mai 2025 / von Lennart Samuelsen

Die Inflation steigt – Zinssenkung dennoch wahrscheinlich

Im Dezember 2024 stieg die Inflationsrate in der Eurozone auf 2,4 %, nach 2,2 % im November. Der Anstieg wurde vor allem durch höhere Energiekosten getrieben, die nach monatelangem Rückgang erstmals wieder zulegten. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Komponenten, wie Energie und Lebensmittel ausklammert, blieb hingegen stabil bei 2,7 %. Besonders auffällig ist die anhaltend hohe Inflation im Dienstleistungssektor, die mit 4 % das vierte Jahr in Folge auf einem hohen Niveau liegt, getrieben von steigenden Löhnen.
Trotz des anhaltenden Preisdrucks beabsichtigt die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Politik der schrittweisen Zinssenkungen fortzusetzen. Nachdem sie im Dezember bereits eine vierte Senkung vorgenommen hatte, erwartet der Markt, dass die Zinsen im Laufe des Jahres 2025 um weitere 100 Basispunkte gesenkt werden könnten. Die EZB verfolgt diesen Kurs, um die Konjunkturschwäche im Euroraum zu bekämpfen. Der Einlagenzinssatz von 3 % wird als Hemmnis für die wirtschaftliche Erholung angesehen. Viele Mitglieder des EZB-Rats plädieren für eine Fortsetzung der schrittweisen Zinssenkungen in Schritten von 0,25 %, wobei einige Ratsmitglieder, wie der Präsident der französischen Zentralbank, François Villeroy de Galhau, auch eine stärkere Senkung als Option befürworten.

Einige Entwicklungen deuten jedoch auf potenzielle Schwierigkeiten hin. Die Energiepreise könnten weiter steigen, da Europa seine Gasreserven schneller als in den letzten sieben Jahren verbraucht und russisches Gas nicht mehr über die Ukraine geliefert wird. Dies könnte die Inflationsrate kurzfristig weiter antreiben. Gleichzeitig wirken externe Faktoren wie die Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, Handelszölle zu verhängen, als zusätzliche Unsicherheitsfaktoren. Ein solcher Handelsstreit könnte die Inflation dämpfen, da günstigere chinesische Waren auf den europäischen Markt gelangen könnten, was wiederum deflationäre Effekte hätte. Der Gouverneur der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, warnte vor diesem Szenario, da China so sein Deflationsproblem exportieren würde.

Die EZB steht vor der Herausforderung, die Inflation mittelfristig wieder auf das angestrebte Ziel von 2 % zu bringen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußerte die Hoffnung, dass dies bis Ende 2025 nachhaltig gelingen könnte, warnte jedoch vor einem holprigen Weg dorthin. Zugleich bleibt die Unsicherheit über die künftige Entwicklung hoch, da die Konjunkturschwäche, die Energiepreise und mögliche Handelskonflikte der EZB den Spielraum für Zinssenkungen einschränken könnten.

Wir empfehlen Ihnen daher sich die aktuellen Zinsen zu sichern, ob eine erwartete Trendwende eintritt, ist weiter nicht vorherzusehen und hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

26. Februar 2025 / von Lennart Samuelsen