Unerwartete Reaktion auf die Ausweitung der lockeren Geldpolitik

Zinskommentar von Baufinanz Samuelsen – Dezember 2016

Entgegen der erwarteten Reaktion der Anleger, werden Anleihen im großen Stil abgestoßen. Die fallenden Kurse beflügelten die Renditen, was wiederum zu steigenden Zinsen führt.

Trotz der Entscheidung der EZB aus Anleihekaufprogramm um 540 Milliarden Euro auf 2,3 Billionen Euro auszuweiten, zeigen sich die Renditen der Staatsanleihen unbeeindruckt. Als Reaktion über diese Ausweitung ist aber ein Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zu beobachten. Können wir jetzt aber von einem nachhaltigen Anstieg, oder gar einer Trendwende sprechen? Die EZB wird Ihren Kurs sicher nicht ändern und weiterhin monatlich 60 Milliarden Euro in den Markt schießen.

Wo kommt aber diese Reaktion her, die so gar nicht der vorherrschenden Zinspolitik entspricht? Claudi Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat eine mögliche Erklärung hierfür: „Es ist, als ob die Markteilnehmer beim Antizipieren und Gestalten der Zukunft die Initiative ergriffen und sich aus ihrer Abhängigkeit von jeder Äußerung und Handlung der Zentralbank befreit hätten.“  Das Ansteigen der Zinsen lässt sich aber auch auf die Prognosen zurückführen, dass eine Erweiterung der lockeren Zinspolitik, auf Grund der verbesserten konjunkturellen Lage, für immer unwahrscheinlicher gehalten wird, sowie der Sorgen von Versicherer und Banken, dass sich die Ertragslage weiter verschlechtert.

Die Inflation verharrt auf dem Zwei-Jahres-Hoch

Seit geraumer Zeit versucht die EZB mit diversen Maßnahmen die Inflation wieder in Richtung der geplanten zwei Prozent Marke zu bewegen. Große Erfolge konnte das Team um Mario Draghi bis jetzt jedoch nicht verzeichnen.

Vielleicht haben wir jetzt endlich die ersten Erfolge zu sehen bekommen. So wurde im November vom statistischen Bundesamt, genau wie schon im Vormonat, wieder eine Inflation von 0,8% zum Vorjahr gemessen. Einzig die sinkenden Preise für Energie haben hier einen größeren Anstieg verhindert. Jedoch ist festzuhalten, dass die Inflation somit auf dem höchsten Stand der letzten zwei Jahre verweilt.

Hiermit kommen nun natürlich wieder Gedankenspiele zur Zinsentwicklung zum Tragen. Eine weiterhin leicht ansteigende Inflation würde auf mittelfristige Sicht die geldpolitischen Maßnahmen der EZB zum Auslaufen bringen. Obendrein müsste die EZB dann aktiv darüber nachdenken, wie sie mit den Geldschwämmen, die die letzten Jahre in den Markt gepumpt wurden, umgehen möchte.

Dies ist sicher kein Szenario für die nächsten paar Monate, jedoch auch in Abhängigkeit der Entwicklung des Brexit und der aktuellen Situation in Italien, eine Zukunftsperspektive, die zeitnah eintreten kann.

Eine konkrete Entwicklung der zinspolitischen Entscheidungen bleibt weiterhin schwer zu prognostizieren. Zinsbewegungen sind viel mehr refinanzierungspolitischen Entscheidungen zuzuschreiben, vor allem da momentan das alljährliche „Schließen der Bücher“ bevorsteht, was einen zusätzlichen Katalysator zum derzeitigen Anstieg der Zinsen darstellt.

Den Zinstrend schätze ich derzeit kurz bis mittelfristig stabil bis leicht steigend ein, ich empfehle daher meinen Kunden sich die derzeit günstigen Zinsen möglich lange zu sichern.


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